Das Denkmal Radetzky als ein "Spiegel der heutigen Zeiten"

Es war in der Tschechischen Republik ganz häufig, dass unsere Geschichte national, ohne europäischen Kontext wahrgenommen wurde und man die "unzutreffenden" Ereignisse und Persönlichkeiten verschwieg. Noch heute gibt es eine Perzeption von Geschichte als eine Zweckdisziplin, deren Aufgabe es ist, nationalen Legenden und Mythen zu dienen.

Die aktuellen akademischen Geschichtsforscher haben schon das selektive Verständnis der Geschichte, weil sie über die tschechische Geschichte ohne ideologische Schemen sprechen und schreiben, korrigiert. Ihre Arbeiten, die in den letzten zwei Jahrzehnten publiziert wurden, betrachten das 19. Jahrhundert als eine Zeit, wo die moderne tschechische Nation geboren wurde und im Umfeld der Österreichischen Monarchie bedeutende Leistungen erzielte wurden, sowohl wirtschaftliche als auch kulturelle. Wir glauben, dass die tschechische militärische Tradition nicht nur allein auf die Legenden der Hussitenkriege und der Legionären bezogen werden sollte. Es ist unfair, die Rolle der tapferen tschechischen Offiziere und Soldaten loyal zu ihrem Herrscher und Land zu verbergen, die in der Zeit des Heiligen Römischen Reiches in der Verteidigung Europas gegen Napoleon und Mohammedaner, in Kämpfen mit Preußen oder in dem Großen (Ersten) Krieg kämpften und starben.

Die Argumente von Gegnern, die Radetzky als Monster beschreiben, wollen wir mit Sachargumenten, ohne Emotionen, ohne ein einziges Klischee widerlegen. Lassen wir uns ein gesundes nationales Selbstbewusstsein erneuern, das auf dem Wissen über die wahre Rolle der tschechischen Länder in Europa im 10. Jahrhundert und in Österreich im 19. Jahrhundert basiert, und denken wir daran auch in der heutigen Europäischen Union. Haben wir keine Angst vor Persönlichkeiten, die wesentliche Teile unserer Geschichte personifizieren!

Wir betrachten den Marschall Radetzky, einen gebürtigen Tschechen, der in den Dienst des Staats, dessen loyaler Bürger er war, in diesem breiteren Kontext als ein Symbol der staatsmännischen Vision europäischen Ausmaßes. Lassen wir ihn uns als Ausdruck für Loyalität, Fähigkeit und Tapferkeit sehen. Es gab keine vergleichbare militärische Persönlichkeit im tschechischen Milieu.

Wiederherstellung des Radetzky Denkmal betont heute, in Zeiten der Unsicherheit, und wenn man der Gewalt oft weicht, die Bedeutung der Staatsmänner und Helden der Vergangenheit und, vielleicht, sogar erinnert es heutige Staatsmänner an Ihre Aufgaben und vor allem Verantwortung.

Unserer Meinung nach, ist in diesem Sinne "der legendäre" Radetzky der Erinnerung würdig.

SCHLUSSWORT

Die Wiederherstellung des Radetzky Denkmal sollte der nächste Schritt sein, um uns an unsere Vergangenheit zu erinnern und unsere Bemühung, in der europäischen Geschichte und Kultur zurückzukehren und dies den Besuchern von Prag zu demonstrieren . Die Rückkehr des Denkmals wird auch ein Symbol der Distanzierung von den ikonoklastischen Praktiken, die vielleicht verständlich in revolutionären Zeiten waren, aber durchweg nicht akzeptabel sind. Es ist nötig eine ganze Reihe von beruflichen und administrativen Problemen zu lösen, bevor das Denkmal an seinem Platz wiederhergestellt werden kann.

Nach der Meinung von Bildhauern – Restauratoren, das Original wird nicht beeinträchtigt, wenn es wieder nach dem Jahrhundert der Bewetterung ausgesetzt werden wird. Es ist nicht vertretbar grundsätzlich die Denkmäler zu entfernen, weil sie eine Erinnerung an die Taten der Vorfahren für künftige Generationen sind. Wir verstehen, dass die Gedenkstätten Persönlichkeiten für jemanden kontrovers zeigen können. Darüber hinaus ist es sinnvoll, das Denkmal mit einem erklärenden Text zu ergänzen, der seine Bedeutung klarstellt. Dies führt uns zu den folgenden Änderungen an der Gestaltung der Inschriften auf dem Sockel des Denkmals. Wir empfehlen die Front Inschrift in der authentischen Version des Endes des 19. Jahrhunderts zu verlassen und eine Bronzeplatte mit der folgenden (oder ähnlichen) Text auf der Rückseite des Sockels zu platzieren, der lautet:

Geboren aus dem tschechischen Adel in Trebnitz bei Seltschan am 2. November 1766.
Kommandant in Kriegen, die das Österreichische Reich im frühen 19. Jahrhundert gegen die Türken, Französische Revolution, den Kaiser Napoleon I. und in Italien geführt hat.
Er hat die diplomatische Lösung von Konflikten zwischen Staaten vorgezogen.
In Konfliktfällen führte er seine Truppen zu siegreichen Schlachten.
Er hat nicht Plünderungen geduldet und Zivilisten grundlos bestraft.
Er kümmerte sich um die Gesundheit und Kampfbereitschaft der Truppen und ist von den Soldaten und Menschen verehrt worden.
Er starb am 5. Januar 1858 in Mailand.
Das Denkmal wurde im Jahr 1858 enthüllt, im Jahre 1919 entfernt und im 2019 (?) restauriert.

Alternativ:

Geboren aus dem tschechischen Adel in Trebnitz bei Seltschan am 2. November 1766.
Kommandant in den Kriegen des Österreichischen Reiches im frühen 19. Jahrhundert.
Er hat nicht Plünderungen geduldet und Zivilisten grundlos bestraft.
Er kümmerte sich um die Gesundheit und Kampfbereitschaft der Truppen und ist von den Soldaten und Menschen verehrt worden.
Er starb am 5. Januar 1858 in Mailand.
Das Denkmal wurde im Jahr 1858 enthüllt, im Jahre1919 entfernt und im 2019 (?) restauriert.